Kappadokien am 24. + 25.10.2020

Kappadokien ist eine einzigartige Landschaft aus Bergen, die aus abgelagertem vulkanischen Tuffgestein entstanden sind, was sich leicht bearbeiten ließ. In der Antike siedelten hier viele frühe Christen, die verfolgt wurden und sich daher Höhlen und Behausungen in die Berge gruben. Die unterirdischen Städte Kappadokiens wurden z. Bsp. von Christen während der byzantinischen Ära erbaut, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Die Bewohner der Stadt nutzten das Höhlensystem, um sich während der Arabisch-Byzantinischen Kriege zwischen 780 und 1180 vor muslimischen Arabern zu schützen. Die älteste unterirdische Stadt in Kappadokien wurde im Jahr 2014 entdeckt mit einem Alter von 5.000 Jahren. (Bericht vom 15.07.2020)


Unsere Reise (Luba und ich) begann am 25.10.2020 und endete am 25.20.2020.

Von Alanya aus fuhren wir in einem Kleinbus mit 12 Plätzen nach Kappadokien ins Hotel By Cappadocia in Nevşehir: (über Konya sind das 450km)

Hier ein Foto vom By Cappadocia, von Osten aufgenommen. Das Wasser war noch im Pool, aber etwas kalt (18°C) und nicht mehr umgewälzt, da der Pool-Betrieb vor Kurzem eingestellt wurde. Kein Wunder, Nevşehir liegt 1.206m hoch. In die hier sichtbare Hotelecke schien die Sonne, die wir am Morgen nach dem Frühstück genossen.

Zum Thema Frühstück: Da wir ja in der Corona-Zeit nach Kappadokien fuhren war im Hotel alles coronagerecht. Das bemerkten wir zum Frühstück: Alles war mit Plexiglasscheiben zum Infektionsschutz und zur Immunsystem-Vernichtung abgesichert.

Frühstücksraum Hotel By Cappadocia, coronagerecht mit Plexiglasscheinen

Zum Frühstück gab es jedes einzelne Brötchen in Folie eingewickel und den Kaffee in Pappbechern. Ein typisches Coronafrühstück ohne Rücksicht auf die Umwelt mit viel Plastik. Da deckelt gerade ein Hype den anderen!


Als Einstimmung ein großes Foto aus Göreme in Kappadokien, einem kleinen Ort östlich von der Stadt Nevşehir. Der Felsen ist total durchhöhlt. Man kann innen bis ganz nach oben gehen:


Nun aber zur Reise nach Kappadokien am 24.10.2020:

Unser erster Stopp am 24.10. gegen Mittag: Ein unterirdischer Stall – aus dem Stein gehauen:

Außenansicht der riesigen Höhle, die über 3 Stockwerke geht und für hunderte von Tieren (Schafe) + Menschen gedacht war. Die offenstehende Türe (Mitte oben X) ist der Ausgang. Hier auch als letztes Foto von Innen zu sehen:

Einer der vielen Ziegenställe. Links sind die Vorratsboxen, in den Stein gehauen.

Endlich, der Ausgang (ganz oben) ist erreicht!

Im Dreieck von Kayseri, Niğde und Nevşehir gibt es mehr als 200 unterirdische Städte mit mindestens zwei Stockwerken. Einige dieser Städte sind mit Tunneln verbunden, die sich kilometerweit erstrecken.

Siehe die unterirdische Stadt Ozkonak.


Abstieg in die unterirdische Stadt Derinkuyu mit ca. 20.000 Einwohnern. Baubeginn vermutlich 700 v. Chr.


Die „Feenkamine“ der Kappadokier:

Kappadokien: Feenkamine

Um die riesigen Dimensionen von Kappadokien zu begreifen, da muss man dort gewesen sein. Die nächsten zwei Fotos vermitteln das in etwa:

Jedes weitere Tal bietet neue Überraschungen. Wir fuhren weiter nach Uçhisar, welches 7km östlich der größeren Stadt, der Provinzhauptstadt Nevşehir, mit 300.000 Einwohnern liegt.

Nevşehir und Uçhisar mit Feenkaminen

Uçhisar wird ausgesprochen Utschisar. Nevşehir wird ausgesprochen Nevschehir

Uçhisar: 1270m hoch gelegen, fast 4.000 Einwohner

So kann man in Uçhisar und wie auch hier in Göreme im Hotelzimmer wohnen:

Kappadokien Hotelzimmer in Göreme aus dem Stein gehauen. Vista Cave Hotel

Blick auf Uçhisar im Winter. Kein Wunder bei fast 1.300m Höhe.

Wir hatten am 24. + 25.10. Tagestemp. um die 25°C, also angenehm Ende Okt.

Die ausgehöhlten Berge von Uçhisar

Eine Detail-Aufnahme

Feenkamine in Uçhisar


Zelfe, ca. 3km östlich von Uçhisar:


Keramiken aus Kappadokien:


Der durchlöcherte Burgberg in Ortahisar:

Die Eintrittskarte für den Burgberg in Ortahisar zu 5TL = 55 Cent

Diesen hohlen Berg Ortahisar Kalesi durchstieg ich (von Innen) bis zur Spitze.

Blick von der Burg (Kalesi) in Ortahisar nach Norden

Für so einen jungen, fast 70-jährigen Mann wie mich – mit 2 kaputten Knöcheln, im rechten steckte noch eine 3cm lange Titanschraube – nicht einfach. Besonders beim abwärts Steigen, da keine Elastizität gegeben ist, fühlt sich das ab einer Fallhöhe von 15cm wie ein Fußbruch an. Also immer vorsichtig und langsam. Auf türkisch: Yavasch – Yavasch!

Als ich wieder am Fuße der Burgberges ankam musste ich erst meine Reisgruppe suchen, die ich dann in einer Höhle bei einer Weinprobe wiederfand.


Das Ende des 2-tägigen Ausflugs war ein Essen in Konya, der Stadt der Derwische, der Stadt des berühmtesten Derwisch, von Rumi, dem Sufi-Mystiker Mevlana. (Dschalāl ad-Dīn Muhammad Rūmī). Rumi war mir schon zuvor – bevor ich in die Türkei 2016 übersiedelte – bekannt als ein weiser Mann. Zu Rumi’s Zeiten war der Glaube friedlich und drückte sich in Tänzen aus. Heutzutage lehnen z. Bsp. die Wahhabiten, Salafisten oder die Muslimbrüder das Tanzen absolut ab, teils auch Musik und Gesang.

Rumi fiel mir schon vor Jahren durch einen Spruch über die Liebe auf:

Die Liebenden finden sich nicht irgendwo am Ende. Sie lebten, der Eine in dem Anderen, von Anfang an. Rumi, persischer Sufi-Mystiker und Dichter. * 30.09.1207 in Wachsch, Tadschikistan. † am 17.12.1273 in Konya, Türkei.

Mehr zu Rumi hier: „Rumi, einer der sehr wenigen weisen und einer der bedeutendsten Gelehrten und Dichter des Mittelalter“

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