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dsRNA auf Kartoffeln und Weintrauben. Die nächste todsichere RNA-Technologie. Info vom 14.08.2025.

Die EFSA, die European Food Safety Agency hat am 13. Juni 2025 einem US-amerikanischen Unternehmen die Gelegenheit gegeben, eine neue Technologie, mit der Nutzpflanzen gegen Schädlinge verteidigt werden sollen, eine neue Technologie von Pestizid, vorzustellen. Einmal mehr eine „sehr sichere Technologie“. Eine, die „nur die Zielspezies eliminiert“. Eine, die für Mensch, Tier und Pflanzen „ungefährlich“ ist. Eine, wie könnte es anders sein, eine RNA-Technologie.

Siehe dazu das Video in „Der größte Medizinskandal der Geschichte


Früher hätten wir gedacht, solche Treffen dienen der Information und dazu, politischen Entscheidern eine Grundlage dafür zu geben, die auf Basis der verfügbaren Daten beste Entscheidung zu treffen. Heute sind wir nicht nur insofern ernüchtert, als die meisten politischen Darsteller überhaupt nicht die Kompetenz und den Intellekt mitbringen, um die entsprechenden Information zu verarbeiten. Insofern scheinen uns Treffen, wie das beschriebene ad-hoc Meeting dazu zu dienen, Vertretern von Greenlight Bioscience die Gelegenheit zu geben, ihre „neue“ dsRNA-Technologie, die an die Stelle heute gebräuchlicher Pestizide treten soll, zu bewerben und den Weg für eine schnelle Zulassung der neuen Mittelchen zu ebnen, ohne lange Diskussionen über „unbeabsichtigte Folgen“ führen zu müssen.

Greenlight Bioscience hat derzeit 180 Angestellte, unterhält eine Pilotanlage zur Produktion von dsRNA in Rochester, New York, je eine Feldforschungsstation in Woodland, Kalifornien, und Sevilla, Spanien sowie ein Forschungslabor in Triangle Park, North Carolina. Greenlight Bioscience gibt es seit 2008, seit 2015 mit verstärkter Aktivität, die in 15 Finanzierungsrunden gemündet ist. Unter den Geldgebern, die in Greenlight Bioscience investiert haben, findet sich die Bill und Melinda Gates Stiftung mit einem eher geringen Anteil von $3,3 Millionen. Wichtigste Investoren sind S2G Ventures, BNP Paribas Ecosystem Restoration Fund, Continental Grain Company, Cormorant Asset Management Morningside Venture Investments mit je $109 Millionen, die alle in Finanzierungsrund „D“ eingeworben wurden, Baird Capital ($102m), Fall Line Capital ($57.075m), Just Climate ($25m) sowie die Europäische Investmentbank, die mit 35,97 Millionen USD eingestiegen ist.

Unter den Geldgebern finden sich auch öffentliche Geldgeber, also Steuerzahler: Die US-Regierung und die Europäische Union mit jeweils 174.000 USD und 325.000 US-Dollar.

Wie wahrscheinlich ist es vor diesem Hintergrund: Die EU hat über unterschiedliche Akteure rund 36 Millionen Euro in die dsRNA von Greenlight Bioscience investiert, dass die Bewertung der Umweltverträglichkeit, der Gefährlichkeit von dsRNA für Mensch, Tier und Pflanzen auch nur ansatzweise objektiv erfolgt?

Vor dem Hintergrund der EU-Investitionen in Greenlight Bioscience entpuppt sich das ad-hoc meeting mit den Vertretern von Greenlight Bioscience eher wie ein Board Meeting, bei dem sich die Mitglieder des Aufsichtsrats vom Stand der Produktentwicklung, die sie finanziert haben, unterrichten lassen, um einen Anhaltspunkt dafür zu haben, wann sie mit einer Kapitalisierung ihrer Investitionen rechnen können.

Einmal mehr finden sich unsaubere Strukturen, in denen eine Organisation, deren Vertreter Nahrungsmittelsicherheit überwachen sollen, in einer unheiligen Allianz mit Unternehmen verbandelt sind, also in faschistischen Strukturen stecken, die konkurrierende Interessen zum Ergebnis haben, denn diejenigen, die die Sicherheit eines Pestizides bewerten sollen, haben nun ein finanzielles und im Fall von dsRNA vermutlich zudem ein ideologisches Interesse daran, dass die „neuen“ Pestizide von Greenlight Bioscience schnell auf den Markt kommen.

Zeit, sich das Zeug genauer anzusehen.

dsRNA steht für double stranded RNA, quasi RNA, die die Struktur von DNA imitiert.

Die dsRNA, die auf einen spezifischen Schädling, einen Käfer oder einen Pilz abgestimmt ist, wird von Bauern auf ihren Feldern ausgebracht, verspritzt, wie die meisten derzeit gebräuchlichen Pestizide. Die Pflanzen nehmen die dsRNA auf und der Schädling nimmt die dsRNA über die Pflanzen auf. Bislang registriert mit der EPA [Environmental Protection Agency] in den USA ist Ledprona, ein Wirkstoff, der in Calantha™ enthalten ist, einem Pestizid, mit dem Kartoffelkäfer bekämpft werden sollen.

Quelle: Greenlight Bioscience

Kartoffelkäfer, die mit Calantha™ behandelte Blätter fressen, nehmen die dsRNA auf und Aktivieren RNAi, einen Prozess, der auf die Herstellung eines bestimmten für Kartoffelkäfer lebenswichtigen Proteins (PSMB5 – Proteasome Subunit Beta Type-5) abgestimmt ist. Das Diver-Enzym der Kartolffekäfer bricht die dsRNA in zwei siRNA, small-interfering RNA, Fragmente auf, die sich wiederum an die mRNA [messanger RNA] des Kartoffelkäfers anbinden, die für die Produktion von PSMB5 zuständig ist und diese Produktion stoppen bzw. so behindern, dass das entsprechende Proteinlevel des Kartoffelkäfers unter die Schwelle absinkt, die er noch überleben kann. Er stirbt.


Kritische Stimmen dazu:

Die dsRNA-Technologie ist GAAANZ ungefährlich. Es ist damit möglich, genau den Schädling zu bekämpfen, den man bekämpfen will. Für alle anderen ist die dsRNA ungefährlich. Für Menschen, so die Leute von Greenlight Bioscience schon deshalb, weil ein menschlicher Organismus so viele Schranken für externe-RNA aufbaut, dass es gar nicht wahrscheinlich ist, dass die dsRNA von der Kartoffelpflanze oder die dsRNA, die zur Bekämpfung von echtem Mehltau auf Weintrauben gespritzt wurde, über die Trauben oder die Kartoffeln in die menschliche Nahrungskette eindringen kann.

Den gesamten Artikel findest Du hier „sciencefiles.org/2025/08/14


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